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Religion


Die enge Verbindung zwischen der yidishen Kultur und der jüdischen Religion zeigt schon die Begrifflichkeit in der yidishen Sprache. Das Wort yidish bedeutet nämlich sowohl „yidish“, also die sprachliche und ethnische Zugehörigkeit, als auch „jüdisch“, das heißt die Religion. Als hauptsächliches Charakteristikum der yidishen Bevölkerung wurde also das religiöse Bekenntnis beziehungsweise die Herkunft von jüdischen, religiösen Familien angesehen. Als yidish bezeichneten sich aber auch viele Menschen, die sich vom jüdischen Glauben abgewendet hatten. So gab es unter der yidishen Bevölkerung viele sozialistisch oder kommunistisch gesinnte Menschen, die sich als atheistisch empfanden.


Unser Projekt beschäftigt sich mit der Musik und den Liedtexten der yidishen Kultur. Der jüdische Glauben spielt dabei insofern eine Rolle, da in den Texten immer wieder auf die Religion und ihre Institutionen Bezug genommen wird. Hier eine Kurzdarstellung der jüdischen Religion, auch anhand der am häufigsten vorkommenden religiösen Begriffe in der yidishen Sprache:


Die jüdische Religion hat eine über 3.000 Jahre alte Tradition, laut jüdischem Mond-Kalender befinden wir uns sogar im Jahre 5778.  Heutzutage gibt es etwa 13,5 Millionen Gläubige in aller Welt mit Schwerpunkten in Israel und den USA. Christentum und Islam basieren auf den Überlieferungen des Judentums und gehören wie dieses zu den drei abrahamitischen, monotheistischen Weltreligionen. Der jüdische Jahreszyklus ist von vielen Festtagen geprägt, die Woche vom Schabbat, yid.: shabbes, der von Freitagabend bis Samstagabend möglichst ohne Arbeit begangen werden soll. Durch jüdische Gebräuche wird das gesamte Alltagleben geprägt, so durch die Reinheits- und Fastengebote, die koscheren Essensvorschriften und die Ablehnung von Schweinefleisch.


Religiöse Begriffe im Yidishen: got/gotenyu, moshiyekh, toyre, mitzwot, mishne, rebe, shul, kheyder…


got/gotenyu - „Gott/lieber Gott, Göttlein” – die männliche Gottheit wird teilweise Jehova genannt, teilweise nur durch die Buchstaben JHWH angedeutet.

moshiyekh - „Messias”, der vom Judentum immer noch erwartet wird. Für das vom Judentum abgespaltete Christentum ist er bereits in Gestalt von Jesus von Nazareth erschienen.

toyre - „Torá” – die fünf Bücher Mose, die nach jüdischer Sichtweise den Bund Gottes speziell mit dem jüdischen Volk beschreiben mitsamt 613 Geboten (hebr. mitzwot).

mishne - „Mishna” – mündliche Überlieferungen bei und seit der göttlichen Verkündung gegenüber Mose. Die Mishna wurde erstmals im 3. Jahrhundert u.Z. aufgeschrieben und seither durch viele rabbinische Schriften ergänzt, die die Gemara bilden. Mishna und Gemara bilden den Talmud.

rebe - „Rabbi” – der jüdische Geistliche, welcher der Synagogengemeinde vorsteht. Im reformierten Judentum gibt es inzwischen auch Rabbinerinnen.

shul - „Synagoge, Gebetsraum”. Die meisten  jüdisch-yidishen Gemeinden bemühten sich mit aller Kraft, in ihren shtetls eigene Synagogen zu errichten.

kheyder - „Torá-Schule”, meist unterhalten für die 4- bis 10-jährigen Jungs, im yidishen Kulturgebiet war der kheyder häufig kein eigenes Gebäude, sondern befand sich in den Wohnräumen des rebe.

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