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yidishkeyt

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yidishkeyt - Begriffsklärung 


Der Begriff “yidishkeyt“, also „Yidishheit“ bezeichnet die umfassenden kulturellen Äußerungen und die Selbstwahrnehmungen der yidish-sprachigen Bevölkerung. Im Rahmen unseres Projekts werden als Hauptquellen für die Yidishheit die Musik und Texte der Lieder verwendet. Das Bewusstsein für einen yidishen Volkscharakter entwickelte sich vor allem ab dem 19. Jahrhundert in Mittelost-Europa parallel zu dem wachsenden Nationalbewegungen benachbarter Bevölkerungsgruppen. Bei der Suche nach einer jüdischen Nationalsprache gab es heftige Debatten zwischen konkurrierten „Yidishisten“ und „Hebräisten“, die zugunsten letzterer ausfiel. Staatssprache in Israel ab 1948 wurde dann nicht Yidish, sondern das Ivrit, ein ab dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickeltes Neu-Hebräisch.


In unseren Texten haben wir die im Deutschen übliche Bezeichnung „jiddisch“ durch das in der YIVO-Schreibweise übliche „yidish“  ersetzt. Grund dafür ist die missverständliche Schreibung mit dem Doppel-„d“, die aus dem Englischen übernommen wurde und in der deutschen Aussprache zu einem kurzen „i“ führt. Dies widerspricht aber der Schreib- und Sprechweise im Yidishen, bei der „yidish“ ähnlich ausgesprochen wird wie „jüdisch“, also mit einem längeren „i“.


In der yidishen Sprache gibt es nur das eine Attribut „yidish“, das sich sowohl auf den Glauben bezieht, also „jüdisch“, als auch auf die Sprache und Kultur, also „yidish“. Das ist nachvollziehbar, weil das Hauptunterscheidungsmerkmal zur Nachbarbevölkerung im Lauf der Geschichte meist die Religion war. Gleichzeitig entsteht dadurch auch eine begriffliche Unschärfe. Denn es gab und gibt viele yidish-sprachige Menschen mit einer yidishen Identität, die sich vom jüdischen Glauben beziehungsweise von Religion allgemein abgewendet haben.

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