project  yidishe lider   klezmer songs & stories
Ein junger jüdischer Sänger aus einer Postkarte des Kunstverlags Phönix Leo Winz, Berlin, ca. 1910; Fotografie 13,9 x 8,9 cm;  Jüdisches Museum Berlin, Inventar-Nummer 2000/53/47; Repro: Birgit Maurer-Porat

yidishkeyt

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Geschichte


Die Anfänge des Yidishen hängen mit der Ansiedlung jüdischer Gruppen, vor allem an Rhein und Donau zusammen. Jüdische Gemeinden bildeten sich etwa ab dem 11. Jahrhundert, zum Beispiel in Straßburg, Speyer, Worms, Mainz, Köln und Regensburg.


Bald nach der ersten Jahrtausendwende kam es dort zu Pogromen, weshalb viele jüdische Menschen auswanderten. Beispielsweise gab es im damaligen Königreich Polen mit dem heutigen Baltikum, der Ukraine und Weißrußland für sie meist bessere Lebensbedingungen. So entstand in Mittelosteuropa eine weit über 10 Millionen Menschen zählende yidishsprachige Bevölkerung, die größte Gruppe

innerhalb des weltweiten Judentums.


Das „Goldene Yidishe Zeitalter“ mit seinen geistigen und geistlichen Zentren wie Warschau, Krakau und Wilna ging mit dem

19. Jahrhundert zu Ende. Wieder kam es zu massiven Übergriffen vor allem durch aufgestachelte Christen, was zu einer massenhaften jüdischen Auswanderungsbewegung führte.


Die deutsche Wehrmacht, Naziverbände und einheimische NS-Hilfstruppen zerstörten dann ab 1939 die yidishe Kultur in ihrem fast tausend Jahre alten Siedlungsgebiet nahezu komplett. Fast alle jüdischen Gemeinden wurden ausgelöscht. Unter den vor Ort und in KZs von den Nazis ermordeten ca. 6 Millionen Menschen stammte ein Großteil aus der yidishen Kultur Mittelosteuropas, so auch etliche Schöpfer der im Rahmen dieses Projekts vorgestellten yidishen Lieder.


Viele der  Entkommenen zog es in yidishe Sprachinseln wie London, Paris, Buenos Aires, Jerusalem, vor allem New York. Einige Jahrzehnte erblühten dort yidishes Theater-, Kino- und Zeitungswesen. Im Laufe der Zeit wurden allerdings immer mehr yidish-sprachige Zeitschriften, Theater- oder andere Kulturproduktionen eingestellt, da Yidish allmählich, wenn überhaupt, nur noch als Zweitsprache verwendet wurde.

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